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Spektive

Spektive

 

Wenn der Bundestrainer der Biathleten die Schießleistungen seiner Schützlinge begutachtet, benutzt er dazu ein Spektiv. Bei einer Entfernung zu den Scheiben von ca. 80 m kann er problemlos die genaue Trefferlage der Kleinkalibergeschosse erkennen, denn die 40fache Vergrößerung führt die Ziele so nah heran, als ob er sie aus 2 m Entfernung mit dem bloßen Auge betrachtete. Die auf stabilen Stativen ruhenden Spektive liefern ein scharfes, verwacklungsfreies und detailgetreues Bild der metallischen Ziele.

 

Das LUGER XG 32 x 80 “Adlerauge” Spektiv mit herausziehbarem Tubus.
Quelle: LUGER Katalog

 

Auch wenn der Jäger das Geweih eines 150 m entfernt stehenden Hirsches genau ansprechen will, ist ein Spektiv das geeignete Instrument: 30fache Vergrößerung lässt die Entfernung auf scheinbare 5 m schrumpfen.

 

Um einen Hirsch auch auf größere Entfernungen sauber ansprechen zu können, bedarf es eines guten Spektivs.

 

Dieses Bild basiert auf einem Ausschnitt des Bildes Cervus elaphus 11.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia  und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber der Bilder ist Heinz Seehagel.

 

 

Spektive sind monokulare Fernrohre mit mittleren bis hohen Vergrößerungen, die meist variabel einstellbar sind. Gängige Werte sind z. B. 15 – 45 x 50 oder 20 – 60 x 60. Es gibt allerdings auch Spektive mit 80 mm oder 100 mm Objektivdurchmesser und Vergrößerungen bis in den Bereich von 75fach. Spektive haben den gleichen optischen Aufbau wie Ferngläser. Die notwendige Größe der Objektivbrennweite erfordert eine relativ lange Bauweise.

In den für Spektive üblichen Vergrößerungsbereichen ist der Freihandgebrauch praktisch unmöglich. Ein Stativ, zumindest aber das Auflegen oder Anstreichen sind notwendig, um ein verwacklungsfreies Bild zu erhalten. Stative gibt es in verschiedenen Ausführungen und Größen für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke (z. B. Tisch-, Boden- und Klemmstative). Auf ausreichende Stabilität, besonders bei großen und schweren Spektiven, ist unbedingt zu achten.

 

Das Stativ LUGER ST 73 – 75 (links) ist eine von vielen Möglichkeiten, Spektiven die  notwendige Stabilität zu verleihen. Das kleinere Tischstativ ST 73 – 71 (Mitte) bietet sich bei begrenzten Raumverhältnissen an. Das Einbeinstativ ST 73 – 80 ist ein guter Begleiter für unterwegs und kann auch als Zielstock verwendet werden.

Quelle: LUGER Katalog

 

 

Spektiv und Fernglas haben einen ähnlichen Aufbau. Wie in der Grafik zu erkennen, ist die Länge des Strahlengangs in der Regel deutlich größer.

 

Die Anforderungen an ein Spektiv können höchst unterschiedlicher Natur sein.

Der Sportschütze, der die 100 m entfernte Zielscheibe beobachtet, hat andere Ansprüche als der Hochgebirgsjäger, der ein Stück Gamswild am gegenüber liegenden Berghang sicher ansprechen will. Für ihn spielen Gewicht, Handlichkeit und Platzbedarf eine große Rolle, zudem muss er auch ohne Stativ ein  verwacklungsfreies Bild erhalten (Auflegen auf den Rucksack, Anstreichen am Bergstock). Der Mittelgebirgsjäger, der vom Hochsitz aus ein Stück Rehwild genau ansprechen will, legt wiederum andere Kriterien an als ein Wanderer, der unterwegs Gelegenheitsobjekte näher betrachten möchte. Bei einem Vogelbeobachter, der einen 200 m entfernt aufgebaumten Beutegreifer genau beobachten will, liegen wiederum andere Ansprüche und Voraussetzungen vor.

 

Die Bandbreite der Einsatzbereiche ist also ähnlich groß wie bei Ferngläsern – womit auch schon feststeht, dass es ein Universalspektiv nicht geben kann. Siehe hierzu Kapitel 5. Neben der großen Zahl an unterschiedlichen Objektivdurchmessern, Vergrößerungsbereichen, Maßen und Gewichten, gibt es zudem die Wahl zwischen Gerade- und Schrägeinblick, festem und ausziehbarem Tubus.

 

Moderne Fernrohre und Spektive weisen deutlich bescheidenere Maße auf. Aber auch heute benutzen einige Jäger gerne monokulare Fernrohre. Manche Jäger nehmen auch – sofern die Montageart dies zulässt – das Zielfernrohr von der Waffe ab, um es behelfsmäßig als Spektiv zu benutzen. Sie sparen damit das zusätzliche Gewicht und den Platzbedarf eines Spektivs ein, müssen sich dafür aber mit der Vergrößerungsleistung des Zielfernrohrs zufriedengeben, die kaum über 12fach hinausgehen dürfte. Gegenüber dem leichten Kompakt- oder Pirschglas (z.B. 7 x 42), das er als Bergjäger vermutlich mit sich führt, kann die Vergrößerungsleistung des Zielfernrohrs aber durchaus eine Steigerung darstellen.

 

Die variablen Vergrößerungen erlauben es – ähnlich den variablen Zielfernrohren –   sich zunächst bei geringen Vergrößerungen zu orientieren und dann die Detailbeobachtung mit höheren Einstellungen durchzuführen. Dies ist ein deutlicher Vorteil gegenüber festen Vergrößerungen, denn die Auffassung eines Objekts bei hohen Vergrößerungseinstellungen kann durchaus problematisch sein und erfordert eine gewisse Übung.

 

Spektive verfügen zwar rein rechnerisch über eine sehr hohe Dämmerungsleistung, sie sind jedoch für den Einsatz in tiefer Dämmerung oder gar bei Nacht ungeeignet. Der Grund hierfür ist die geringe Größe der Austrittspupille (zur Erinnerung: Objektivdurchmesser geteilt durch Vergrößerung). Bei einem Objektivdurchmesser von 80 mm (der ja aufgrund seines hohen Lichteinlasses für den Einsatz bei schlechten Lichtverhältnissen als geeignet erscheint), ergibt sich bei 32facher Vergrößerung eine Austrittspupille von nur 2,5 mm, bei 50facher Vergrößerung gar nur von 1,6 mm; entsprechend gering ist der Lichtdurchlass zum Auge. Bei schlechten Lichtverhältnissen empfiehlt es sich also, mit geringen Vergrößerungen zu arbeiten. Neben der größeren Austrittspupille wird dann auch ein größeres Sehfeld geboten und erlaubt einen besseren Überblick.

 

Die Ausrichtung der Spektive auf das gewünschte Objekt, schon bei Tageslicht nicht ganz einfach, ist bei Dunkelheit nahezu unmöglich. Kleine Austrittspupille und geringes Sehfeld ergeben eine sehr ungünstige Kombination.

 

 





So klein und handlich kann ein leistungsstarkes Spektiv sein:
Das LUGER XT 7 – 20 x 40 ist noch kompakter als der weiter unten abgebildete
„Zwerg“ LUGER XM 12 – 36 x 50 und wiegt nur 265 g.
Quelle: LUGER Katalog

 

Spektiven mit festem Tubus sagt man gegenüber Spektiven mit ausziehbarem Tubus den Vorteil höherer Dichtigkeit nach. Wo immer bewegliche Bauteile im Spiel sind, bieten sich Ansatzpunkte für das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit. Bei hoher Fertigungsqualität, stabiler Zentrierung und guter Abdichtung kommt diesem Kriterium aber nur dann eine Bedeutung zu, wenn das Spektiv beständig ungeschützt den Elementen und harter Beanspruchung ausgesetzt ist.

Spektive mit ausziehbarem Tubus haben den Vorteil größerer Kompaktheit. Der  feste Tubus wiederum kann die schnellere Einsatzbereitschaft für sich verbuchen.

 

Der Schrägeinblick (mit unterschiedlichen Neigungswinkeln zur Längsachse) erfreut sich insgesamt größerer Beliebtheit als der Geradeeinblick. Er stellt in vielen Situationen die körpergerechtere, da „bequemere“ Lösung dar. Zudem bietet er dem Beobachter in begrenztem Umfang die Möglichkeit, „um die Ecke“ zu schauen und dabei selbst weitgehend verdeckt zu bleiben. Es gibt allerdings auch Spektivbenutzer, die den Geradeeinblick bevorzugen, insbesondere wegen der leichteren Ausrichtung auf das Beobachtungsobjekt. Der Geradeeinblick kann zentrisch oder versetzt sein.

 



Zentrischer Geradeeinblick: Das LUGER XG 32 x 80 mit ausziehbarem Tubus     

 

 

 

Versetzter Geradeeinblick: Das LUGER XA 15 – 45 x 60    

 

 

 

Schrägeinblick: Das LUGER XB 25 – 75 x 100
 

 

Die Kaufentscheidung für ein Spektiv muss auf eine Analyse der bekannten oder zu erwartenden individuellen Einsatzbedingungen gestützt sein. Dadurch kann die Auswahl eingegrenzt und schließlich die richtige Lösung gefunden werden.

Soweit möglich, sollten die folgenden Fragen beantwortet werden:

Auf welche Entfernungen wird das Spektiv primär eingesetzt, wie viel Detailgenauigkeit muss es liefern (Vergrößerungsbereich, Sehfeld)? Steht ein Stativ zur Verfügung (wichtig für die Nutzung der höheren Vergrößerungsbereiche)? Sind Gewicht und Baulänge wichtige Kriterien (Verstauen, Transport)? Erfolgt der Einsatz bei allen Wetterbedingungen (Wasserdichtheit oder lediglich „normale“ Widerstandsfähigkeit gegenüber den Elementen gefordert)?

Nach dem Abarbeiten dieser – und ggf. weiterer – Fragen ist der Kreis der in Frage kommenden Modelle auf wenige Exemplare geschrumpft. Auch Geschmack und Gefühl sollten nicht zu kurz kommen: Wie sieht das Spektiv aus, wie fühlt es sich an, welchen Qualitätseindruck hinterlässt es?

Schließlich stellt sich natürlich die Frage, wie viel Geld angelegt werden soll und welches Modell das beste Preis-/Leistungsverhältnis bietet. Diesem Kriterium sollte  besonderes Gewicht beigemessen werden. LUGER bietet hochwertige Optik zu erstaunlich günstigen Preisen. Ein erstklassiges Preis-/Leistungsverhältnis ist fester Bestandteil der Firmenphilosophie.

 

 

TDer Zwerg der Riese

Quelle: LUGER Katalog

Links das kompakte „Taschenspektiv“ LUGER XM 12 – 36 x 50, rechts das größte LUGER Spektiv, das XB 25 – 75 x 100.  

 

Zum Vergleich einige Daten dieser beiden gegensätzlichen Modelle:

 

Gewicht: 680g 1600g
Länge: 23.5cm 49cm
Objektivdurchmesser:  50mm

100 mm

Sehfeld:            48m - 25m 26m - 14m

 

Zwischen diesen Extremen liegen die Mittelklasse-Modelle, wie z.B. das kompakte LUGER XS mit einem Objektivdurchmesser von 60 mm, 20 – 60facher Vergrößerung, einem Gewicht von 1060 g und einer Länge von 33,5 cm.

 

 

Ein Beispiel für die attraktive Mittelklasse: LUGER XS 20 – 60 x 60                  
Quelle: LUGER Katalog